Kunststoffverarbeitung als Kunstform

Mein Name ist Tania Trier. Ich bin 35 Jahre alt und arbeite selbständig als Künstlerin und gehe diesen Weg nun schon seit 10 Jahren. Meine Ausbildung habe ich an der Hochschule für Gestaltung in Zürich gemacht. Dort bin ich auch zum ersten Mal in Kontakt mit Kunststoffverarbeitung gekommen. Seither ist Plastik ein grosser Teil meiner künstlerischen Praxis. Ich bin immer noch fasziniert, welche Möglichkeiten die Kunststoffverarbeitung bietet.

 

Einerseits stelle ich sehr filigrane, gegossene Objekte her. Das Material ist dann sehr beweglich, flexibel, es wirkt, als ob es innerhalb kurzer Zeit Auseinanderfallen könnte. Einige Kollegen haben mir gesagt, dass die Objekte an Resten eines Gussverfahrens erinnern. Die Präzision und die Serien sprechen jedoch dagegen. Der gleiche Rest also, 50 Mal das Gleiche.

 

Andererseits pflege ich es auch sehr geometrische, minimale Objekte herzustellen. Wenn ich an die Formsprache denke bilden sie eher einen Gegensatz zu den vorher erwähnten Objekten. Sie scheinen fast perfekt, alles nach Plan ausgeführt. Das Material in die Form gebracht, die schon immer dafür bestimmt schien. Durch diverse Formen der Kunststoffverarbeitung bin ich zu diesem grossartigen Verfahren gekommen, das erlaubt wenig Material zu verwenden. Die Körper der Skulpturen sind hohl, sie wirken aber sehr schwer und ausgefüllt. Dies ist für mich wieder ein verbindendes Element zu den filigranen Skulpturen, denn zum Anfassen sind sie genau gleich. Die gegensätzliche visuelle Sprache macht es für mich um so spannender.

 

Ich bin eine der einzigen Frauen in meinem Umfeld, die sich spezifisch mit Kunststoffverarbeitung auseinandersetzt. Deshalb mag ich es auch sehr mit Sprachen, die traditionell Geschlechtern zugeteilt werden, zu spielen. Von diversen weiblichen, historischen Position ist das Spiel des Filigranen bekannt. Die minimale Kunst ist jedoch stark vom männlichen Gestus besetzt. Ich finde es schade, dass man meine Art der Kunststoffverarbeitung nicht spezifisch rezipiert, meine Arbeit wird sehr gerne naiv gelesen.

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